18. bis 21. August 2023
Wir starten nach den beiden Etappen Ost- und Nordeuropa mit dem Reiseabschnitt Südeuropa. Dieser soll uns zunächst durch Frankreich und Spanien führen und im Herbst wollen wir Portugal erreichen. Wie es dann weitergeht, ist noch offen.
Nachdem Kathrin in den vergangenen Wochen immer mal wieder festgestellt hatte, dass wir bislang keinen richtigen Sommer erlebt haben – die Temperaturen lagen im Norden tatsächlich nur selten über 20 Grad – ist es nun doch deutlich zu heiß für uns. Bei Temperaturen um die 33 Grad verbringen wir aktuell einen großen Teil des Tages unter der Markise unseres Busses, da wir eine solche Hitze nicht gewohnt sind.

Doch nun zum Start der Reise nach einer Woche in Erfurt.
Auf der Strecke nach Frankreich legten wir Stopps bei unseren Eltern und bei Kathrins Schwester und Schwager ein, die eine Orgel in Viernheim restaurierten. Dort erhielten wir interessante Einblicke in das Innenleben eines solchen Instruments.



Kurz hinter Karlsruhe bei Iffezheim überquerten wir den Rhein, der dort die Grenze bildet und befanden uns auf der französischen Seite. Da das Elsass über Jahrhunderte abwechselnd unter deutschem und französischem Einfluss stand, findet man hier noch Elemente beider Kulturen. So werden die Orte auf Deutsch und Französisch genannt und die ältere Bevölkerung spricht noch einen elsässischen Dialekt, der auch von Deutschen verstanden wird.
Bei unserem ersten Übernachtungsstopp in Hagenau merkten wir, dass es wichtig ist, wenigstens einige Brocken Französisch zu sprechen. Eine Verständigung auf Englisch, wie sie in unseren bisherigen Reiseländern üblich war, ist hier häufig nicht möglich.

Auch der Besuch des örtlichen Freibads brachte eine Überraschung. Es herrscht eine sehr strenge Kleiderordnung. Mit den in Deutschland üblichen Badeshorts darf man das Schwimmbecken nicht betreten. Erlaubt ist ausschließlich sehr eng anliegende Badekleidung. Aus hygienischen Gründen, wie man uns versicherte.

Da Ausländer wohl häufig mit der falschen Badekleidung erscheinen, konnte man das passende Textil an der Pommesbude erwerben und war nicht gezwungen, seinen Badeaufenthalt abzubrechen.

Eine Stadtbesichtigung von Strasbourg fiel wegen der Temperaturen kürzer aus als üblich. Tatsächlich ist die Altstadt mit dem beeindruckenden Münster und das ehemalige Gerberviertel »Petite France« sehr sehenswert, aber gegen ab 12 Uhr Mittags hatten sich die Straßen einfach unerträglich aufgeheizt. Der Oberrheingraben ist eine Region, die schon immer von der Sonne verwöhnt wurde, aber Temperaturen in dieser Höhe und über so lange Zeit sprechen deutlich für die Zeichen eines Klimawandels.







Architektonisch und städtebaulich gibt es einen sehr deutlichen Unterschied zu den bislang von uns bereisten Ländern. In den Städten tragen die Gebäude der vergangenen Jahrhunderte den Reichtum und die Macht der jeweiligen Erbauer nach außen. Es gibt jede Menge Schmuckelemente, Verzierungen und gemalte Elemente. In den Elsässer Dörfern sind die Fachwerkgebäude meist im Farbton Ocker gestrichen. Oft ist die Bebauung verschachtelt und eng. Gerade dies macht den Reiz dieser Ortschaften aus: Sie sind zu Besuchermagneten geworden.




Die Fahrradrouten sind gut ausgebaut und hervorragend beschildert, wie wir bei einer Radtour in den Vormittagsstunden erfahren konnten. Die Wege führen oft auf eigenen Trassen oder auf Wirtschaftswegen durch die Weinanbaugebiete. Wenn es wieder etwas kühler wird, werden wir dieses Radwegenetz sicherlich noch etwas intensiver nutzen.






